Grußwort des Bundesvorstands der Rote Hilfe e.V. zum „Gemeinschaftlichen Widerstand“

Liebe Aktivist*innen,
Liebe Genoss*innen,

Fast dreieinhalb Jahre ist es her, dass wir gemeinsam gegen das G20-Spektakel auf der Straße waren. Mit vielfältigen Aktionen haben wir gezeigt, dass wir mit der herrschenden Weltordnung nicht einverstanden sind und uns den Protest und Widerstand dagegen nicht nehmen lassen.
Allen Verboten zum Trotz gab es eine ganze Mengen an politischen Aktionen – und wir waren richtig Viele! Es ist gelungen, eine ganze Reihe an unterschiedlichen linken Organisationen und sozialen Bewegungen zusammenzubringen im Protest gegen den G20-Gipfel.

Dass dieser Protest politisch erfolgreich war, können uns die Repressionsbehörden nicht vergeben.

Denn sie haben ja ihr bestes gegeben, um jeglichen Protest zu unterbinden. Nichts und niemand war vor ihnen sicher:. nicht Demonstrant*innen, nicht Journalist*innen, zum Teil noch nicht einmal
unbeteiligte Tourist*innen. Durch die tollwütigen Reaktionen auf linke Proteste konnten die Repressionsorgane manche Aktion eindämmen. Aber ihr Ziel, linke Inhalte und antagonistische Kritik an den Verhältnissen von der Öffentlichkeit fernzuhalten, ist gescheitert. Daran können auch die Horror-Berichte von Teilen der bürgerlichen Medien nichts ändern.

Der Staat hat sich mit seiner Eskalationsstrategie zum G20-Gipfel blamiert. Alle, die nicht davor die Augen verschließen, wissen das. Die Beteuerungen eines Olaf Scholz, der bis heute behauptet, es habe keine Polizeigewalt gegeben, sind nur noch peinlich. In diesem Zusammenhang ist das nun beginnende Rondenbarg- Verfahren zu betrachten.

Hier hat es einen dokumentierten brutalen Polizei-Überfall auf Demonstrant*innen mit schweren Verletzungen gegeben. Leugnen zwecklos, denken sich die Behörden, also scheint nur die Flucht nach vorn zu helfen. Deswegen sollen die Aktivist*innen hart bestraft werden und während des Prozesses stark eingeschränkt werden.

Eine weitere altbekannte Taktik bei politisch motivierten Schauprozessen ist der Versuch, eine abschreckende Wirkung zu erzielen, damit wir bei den nächsten Protesten Zuhause bleiben. Werden wir aber nicht. Und wir verteidigen und unterstützen die Angeklagten in diesem Prozess und allen weiteren, die noch folgen werden. So gemeinschaftlich wier gemeinsam auf die Straßen gegangen wird, so gemeinschaftlich muss auch der Widerstand gegen die Repression sein.

Deswegen: Besucht die Prozesse, die Kundgebungen und Proteste!

Spendet für die Prozess- und Reisekosten!

Werdet vor Ort aktiv und schafft Gegenöffentlichkeit!

Nieder mit den Anklagen im Rondenbarg-Prozess!

Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit! Schafft Rote Hilfe!

Rote Hilfe e.V. Bundesvorstand, 27.11.2020

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