Der reaktionäre Ruf nach dem Verbot der ›Roten Hilfe‹

*SOLIDARITÄTSBEKUNDUNGEN STATT KRIMINALISIERUNGSÄNGSTEN*

Kristin Pietrzyk und Alexander Hoffmann

Als am 25.08.2017 bekannt wurde, dass das Bundesinnenministerium (BMI) die linke
Open-Posting-Plattform ›linksunten.indymedia.org‹ verboten hatte, fragte man
sich ›what´s next‹. Schnell kam die /Rote Hilfe /ins Gespräch.
Die /Rote Hilfe /ist ein eingetragener Verein, der den Zweck hat, politisch
Verfolgte aus dem linken Spektrum zu unterstützen. Der Verein leistet
Unterstützung bei der Vorbereitung von Strafprozessen, Öffentlichkeitsarbeit und
Finanzierungshilfen hinsichtlich von Anwalts- und Prozesskosten und beteiligt
sich außerdem am politischen Diskurs in Bezug auf Gesetzesverschärfungen, Abbau
von Beschuldigten- und Verteidigungsrechten und versucht die Meinungs- und
Versammlungsfreiheit zu stärken.*(1)*
Dennoch wurden bereits im April 2018 Forderungen aus den innenpolitischen
Kreisen der CDU/CSU laut, man solle ein Vereinsverbot gegen die /Rote Hilfe
/prüfen.*(2) *Maßgeblich wurde die Forderung von Armin Schuster,
CDU-Bundestagsabgeordneter, Obmann im Innenausschuss, Vorsitzender des
Parlamentarischen Kontrollgremiums und des Untersuchungsausschusses zur
Aufklärung des Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz. Ein vermeintlich
berufener Mund, aus dem die Forderung erklang. Die Gründe, die für diese
Forderung angeführt wurden, erschöpfen sich zumeist im raschen Wachstum des
Vereins, der mangelnden Distanzierung von der RAF und der finanziellen
Unterstützung bei Anwalts- und Verfahrenskosten. Dem Bundesinnenminister
Seehofer ist insbesondere ein Dorn im Auge, dass die /Rote Hilfe///versuche, die
Sicherheits- und Justizbehörden zu»diskreditieren« und dazu aufrufe,
»grundsätzlich die Zusammenarbeit mit Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden
bei der Aufklärung von Straftaten zu verweigern«.(*3)*

*POLITISCHES MACHTSPIEL UND RECHTE MEDIEN*

Im November 2018 flammte die Debatte um ein Verbot der /Roten Hilfe /erneut auf.
Das Magazin /Focus /berichtete, dass das BMI ein Verbot der /Roten Hilfe /prüfe.
Quellen benannte das Magazin nicht. Wenig verwunderlich war ebenfalls, dass
wieder Armin Schuster auf den Plan trat und nach dem Verbot rief, diesmal jedoch
flankiert durch Äußerungen des Bundesinnenministers. Dieser schuldete seinem
innenpolitischen Sprecher in der Bundestagsfraktion jedoch auch Beistand, war
Schuster doch als Nachfolger auf Vorschlag von Seehofer von Hans-Georg Maaßen
als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz am Veto der Bundeskanzlerin
gescheitert.*(4) *Neben Solidaritätsbekundungen und Kritik verschiedener Gruppen
und Politiker bis hin zu den Jusos brach schierer Jubel über die Nachricht einer
Verbotsprüfung in der konservativen und rechten Medienlandschaft aus. Neben dem
/Focus /tat sich besonders die /Junge Freiheit /dadurch hervor, die /Rote Hilfe
/in ein antidemokratisches Licht zu rücken. Offensichtlich diente die erneute
mediale Lancierung einer Debatte um ein Verbot der /Roten Hilfe /dazu,
auszutesten, ob eine mediale und gesellschaftliche Mehrheit hinter einem solchen
stehen würde. Dieser Schuss ging deutlich nach hinten los. Einer Vielzahl von
Presseveröffentlichungen war zu entnehmen, dass die /Rote Hilfe /nicht als
Bedrohung wahrgenommen wird. Die Zahl der Neueintritte und
Solidaritätsbekundungen spricht ebenfalls eine andere Sprache.

*SCHÜSSE INS BLAUE*

In der Meldung des /Focus /behauptete das Magazin u.a., die /Rote Hilfe
/verlange von Unterstützten, dass sich diese »verpflichten, auch nach verbüßter
Strafe den ›revolutionären Straßenkampf‹ fortzusetzen«.(*5) *Diese
Falschbehauptung brachte dem /Focus /eine einstweilige Verfügung ein,*(6) *da
sie offensichtlich völlig aus der Luft gegriffen war und keinerlei
Tatsachengrundlage hatte.
Daran wird deutlich, dass solche Pressemeldungen eher einer öffentlichen
Feindbestimmung und Stimmungsmache gegen den Verein entspringen, als sachbasiert
sind. Die Meldung des /Focus /diente allein der Diskreditierung des Vereins, der
Verunsicherung der Mitglieder und Abschreckung von Unterstützer*innen.

*VERFASSUNGSFEINDLICH?*

Welche Ansichten in Sicherheitsbehörden über den Verein vertreten werden, ist
einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag aus dem Juli 2018(*7)***zu
entnehmen. In dieser wird der /Roten Hilfe /vorgeworfen, verfassungsfeindliche
Ziele zu verfolgen, da sich der Verein zu seiner kommunistischen Tradition
bekenne und bewusst ein Sammelbecken auch für Kommunist*innen und
Anarchist*innen biete. Nach Ansicht der Bundesregierung sei eine
sozialistisch-kommunistische Staats- und Gesellschaftsordnung mit dem
Grundgesetz nicht vereinbar, da diese die Grundrechtsbindung der staatlichen
Gewalt an Recht und Gesetz, die Freiheit und Gleichheit der Wahl, die Bindung
der öffentlichen Gewalt an Recht und Gesetz, den Ausschluss jeder Gewalt- und
Willkürherrschaft, das Recht auf Bildung und Ausübung der parlamentarischen
Opposition sowie die Ablösbarkeit der Regierung und ihre Verantwortlichkeit
gegenüber dem Parlament nicht oder nur eingeschränkt gewährleisten würde. Mal
abgesehen davon, dass wohl ein sehr eifriger Vertreter der Hufeisentheorie diese
Aneinanderreihung von Kampfbegriffen produziert hat, zeugt dies jedoch von einem
mangelnden Verständnis des Grundgesetzes und der gern bemühten ›freiheitlichen
demokratischen Grundordnung‹. Mit Verlaub, aber diese Darstellung linker
Theorien zu Staat und Gesellschaftsordnung im Spannungsfeld zum Grundgesetz sind
ausgemachter Humbug.
Dennoch erweckt die Bundesregierung mit diesen Aussagen den Eindruck, dass die
/Rote Hilfe /als Verein eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaftsordnung
anstrebt und dies zum Vereinszweck erklärt hat. Dem ist aber gerade eben nicht so.
Auffällig ist, dass die oben dargestellte Antwort der Bundesregierung genau zwei
Wochen nach der letzten Äußerung des Bundesverfassungsgerichts zum Thema
Vereinsverbote in dieser Art und Weise ausfällt. Mit Beschluss vom
13.07.2018(*8) *entschied das Bundesverfassungsgericht u.a., dass das Verbot der
/›Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige‹
/(HNG) nicht zu beanstanden sei. Anhänger der Hufeisentheorie könnten sich daher
in ihren Verbotsforderungen bestätigt fühlen, sehen sie in der HNG doch das
rechte Gegenstück zur /Roten Hilfe/. Betrachtet man die HNG und den Beschluss
genauer, ergeben sich jedoch eklatante Unterschiede, die die Entscheidung nicht
auf die /Rote Hilfe /übertragbar machen. Die HNG tritt für ein nationalistisches
Weltbild rassistischer und antisemitischer Prägung ein, glorifiziert Elemente
des Nationalsozialismus und fördert die Bindung der Unterstützten an die rechte
Szene.(*9)*
Da eine reine Ablehnung der verfassungsgemäßen Ordnung für ein Vereinsverbot
nicht ausreichend ist, muss eine kämpferisch aggressive Verfolgung der
verfassungswidrigen Ziele hinzutreten. Nach Ansicht des BVerfG besteht dies bei
der HNG im Propagieren einer mit dem GG unvereinbaren Volksgemeinschafts- und
Rassenlehre, einem Bekenntnis zur NSDAP und deren Funktionsträgern und einer
öffentlichen Befürwortung von Gewalt als Mittel der politischen
Auseinandersetzung und der Notwendigkeit von Opfern und Bedrohungen gegenüber
von gegenwärtigen Amtsträgern der Bundesrepublik.(*10) *Vergleichbare Äußerungen
der /Roten Hilfe /in Bezug auf einen konkreten Umsturzversuch sowie eine Abkehr
von Grundrechten sind nicht aufzufinden. Insofern dürfte es ungleich schwerer
sein, Verbotsgründe darzustellen.

*UND DENNOCH IST EIN VERBOT NICHT AUSGESCHLOSSEN*

Es kann festgestellt werden, dass der Beitrag der /Roten Hilfe/, u.a.
Angeklagten zu ermöglichen, sich gegen strafrechtliche Vorwürfe adäquat zu
verteidigen, nicht als Beitrag zu einem rechtsstaatlichen Verfahren bewertet
wird, obwohl es das unzweifelhaft ist. Gerade in Zeiten einer entfesselten
Innenpolitik, die Freiheitsrechte immer weiter einschränkt und Tatbestände zum
Schutz von Polizeikräften einführt, ist eine fachlich kompetente Verteidigung
mehr als notwendig.
Die Schwächung von Strukturen, die versuchen, Menschen zu ermächtigen, sich
einer immer repressiveren Sicherheitspolitik am Rande der Rechtsstaatlichkeit
entgegenzustellen, ist der Versuch, Kritik im Bereich der Sicherheitspolitik zu
minimieren. Faktisch ist der Ruf nach einem Verbot der /Roten Hilfe /daher ein
Streben nach Abbau von Diskurs und Demokratie.
Wie die Diskussion um das Verbot der O/pen-Postin/g-Plattform
›linksunten.indymedia. org‹ zeigt, schreckt das Bundesinnenministerium jedoch
nicht davor zurück, auch Verbotsverfügungen zu erlassen, die sich gegen
Personengemeinschaften richten, die grundsätzlich grundgesetzlich zulässiges
Verhalten zeigen, wenn dies politisch unliebsam ist. Wenn man sich auf die
Bindung von Behörden an Recht und Gesetz nicht verlassen kann, ist daher alles
möglich. Vor diesem Hintergrund dürfte die weitere gesellschaftliche Verankerung
der /Roten Hilf/e, die weitere Ausweitung ihrer Mitgliederzahlen und Aktivitäten
das wichtigste Mittel sein, einem Verbot dauerhaft entgegenzuwirken.

*Kristin Pietrzyk *ist Rechtsanwältin in Jena und Mitglied im erweiterten
Vorstand des RAV, *Alexander Hoffmann *ist Rechtsanwalt in Kiel und
RAV-Mitglied. Die Unterüberschrift wurde von der Redaktion hinzugefügt.

(1) https://www.rote-hilfe.de/ueber-uns
(2) https://www.welt.de/politik/deutschland/article175430458/
Rote-Hilfe-Armin-Schuster-CDU-will-Vereinsverbot-pruefen-lassen.html
(3) https://www.welt.de/politik/deutschland/article175430458/
Rote-Hilfe-Armin-Schuster-CDU-will-Vereinsverbot-pruefen-lassen.html
(4)
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/verfassungsschutz-merkel-soll-kritiker-als-maassen-nachfolger-verhindert-haben-15917477.html
(5)
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1107004.moegliches-verbotsverfahren-will-seehofer-die-rote-hilfe-verbieten.html
(6)
https://www.rote-hilfe.de/news/bundesvorstand/959-rote-hilfe-e-v-setzt-einstweilige-verfuegung-gegen-den-focus-durch-erhoehte-mitgliederzahl-durch-welle-der-solidaritaet
*(7) *BT-Drs. 19/3553
(*8) *BVerfG, Beschluss vom 13.07.2018, Az.: 1 BvR 1474/12, 1 BvR 670/13, 1 BvR
57/14
(*9) *BVerfG, a.a.O., Rn. 28
(*10) *BVerfG, a.a.O., Rn. 33, 141)

Quelle:
https://www.rav.de/publikationen/infobriefe/infobrief-117-2019/der-reaktionaere-ruf-nach-dem-verbot-der-roten-hilfe/

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Der „Deutsche Eiche Prozess“ geht in die zweite Instanz

Mittlerweile sind fast 3 Jahre vergangen, als sich im September 2016 Aktivist*innen vor die Kneipe „Deutsche Eiche“ setzten und gegen die extrem rechte Gruppierung Pegida München protestierten. Seitdem wird fünf Antifaschist*innen der Verstoß gegen das bayerische Versammlungsgesetz vorgeworfen – später konnte es sich die Staatsanwaltschaft nicht nehmen und zog den Vorwurf der Nötigung hinzu.
Im Januar diesen Jahres wurden alle fünf Betroffenen wegen des Verstoßes gegen das bayerische Versammlungsgesetz zu mehreren Tagessätzen verurteilt. Die Aktivist*innen aber auch die Staatsanwaltschaft gingen in Berufung.
Nun geht es im Juli weiter – es sind drei Prozesstage vor dem Landgericht angesetzt.

„Unsere Solidarität gegen ihre Repression!“

Kommt zu den Prozessen und zeigt den Betroffenen, dass sie nicht alleine sind!

1. Prozesstag: Donnerstag, 18.07.
2. Prozesstag: Freitag, 19.07.
3. Prozesstag: Freitag, 26.07.

Alle Prozesse finden um 9 Uhr, im Raum A229 in der Nymphenburgerstr. 16 statt.

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Filmvorführung „Hamburger Gitter“ am 9. Juli

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“Nein“ zum Anquatschversuch durch Verfassungsschutz in München

Am Montag, den 29.4.2019 stand ein Mitarbeiter des bayerischen Verfassungsschutzes vor der Wohnungstür einer Münchner Aktivistin.

Der Geheimdienstler zeigte ihr in diesem Fall direkt seinen Dienstausweis, outete sich als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und fragte die Genossin, ob sie sich nicht mal mit ihm unterhalten wolle. Das vehemente „Nein“ der Aktivistin auf dieses lächerliche „Angebot“ ignorierte er und bot ihr stattdessen eine Visitenkarte mit einer E-Mailadresse und Telefonnummer an. Sie solle sich das doch nochmal überlegen, man könne sich ja auch mal treffen. Auch davon ließ sich die Betroffene nicht beeindrucken und lehnte erneut jegliches Gespräch mit dem VSler ab. Der hatte die Message „Nein“ noch immer nicht kapiert und versuchte mit vermeintlich privaten Details aus dem Leben der Aktivistin zu überzeugen, woraufhin sie das Gespräch mit dem Verweis darauf beendete, dass ihr Privatleben ihn nichts anginge.

Der Mann wurde so beschrieben:

  • etwa Mitte 30
  • 1,75 m
  • kürzere, leicht gelockte braune Haare
  • trug eine quadratische Brille, eine Jeans und eine braun-beige Jacke

Richtig reagieren – aber wie?

Die Genossin reagierte genau richtig. Denn auch wenn es sicherlich nicht einfach ist: Atmet bei einem Anquatschversuch erst einmal tief durch und lasst euch nicht unter Druck setzen. Lehnt jeden Versuch eines Gespräches mit den Geheimdiensten konsequent ab! Mitarbeiter*innen des VS werden darin geschult euch mit unterschiedlichen Methoden zu verhören und zu verunsichern.

Der Verfassungsschutz hat keinerlei polizeiliche Befugnisse euch gegenüber. Gesetzlich hat er keine Druckmittel gegen euch. Also werft sie raus oder schickt sie weg. Nach einem Anquatschversuch empfehlen wir euch ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben, euch an eure Genoss*innen und eure Anti-Repressionsgruppe vor Ort zu wenden. Macht den Fall, wenn irgendwie möglich, öffentlich. Es trifft vielleicht nur eine*n – gemeint sind wir alle. Es geht um den Schutz von euch, von euren Genoss*innen und politischen Strukturen.

Weitere Tipps und Infos zu Anquatschversuchen findet ihr hier.

Geheimdienste auflösen!

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#freeDW32 / Solidarischer Prozessbesuch / Mo, 06.05.19 / Augsburg

(english below)

Am Montag, den 06. Mai steht erneut einer der Donauwörth (DW) 32 vor Gericht – ein Geflüchteter, der während dem brutalen Polizeiüberfall auf die (damalige) Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth im März 2018 inhaftiert wurde. Die letzten beiden Gerichtsprozesse im November haben gezeigt: Widersprüchliche und vage Zeugenaussagen der Securities reichen für Verurteilungen. Damals war nicht mal die tatsächliche Anwesenheit der Angeklagten widerspruchsfrei geklärt. Umso wichtiger ist es, den Gerichtsprozess erneut kritisch zu beobachten und solidarisch zu besuchen!

Kommt am Montag, 06. Mai 2018 zum Amtsgericht Augsburg, Gögginger Str. 101, 86199 Augsburg.

Eine Kundgebung vor dem Gericht beginnt um 12 Uhr.

Der Prozess beginnt um 13:30 Uhr.

Zugtreffpunkt in München: 10:45 Uhr am Gleis 16 am Hauptbahnhof.

Mehr Infos zu dem Polizeiüberfall auf Donauwörth im März 2018: https://solidarityandresistance.noblogs.org/post/2018/09/01/eine-chronologie-der-ereignisse-in-der-erstaufnahmeeinrichtung-donauworth-david-jassey/

Mehr Infos zum Prozesstag im November 2018: http://cultureofdeportation.org/2018/10/25/donauwoerth-aufruf/

***

On Monday, May 6th, 2019 another trial against one of the Donauwörth (DW) 32 will take place – a refugee who was arrested during the brutal police raid in the (former) reception centre facility in Donauwörth in March 2018. The last two court trials in November have shown: contradictory and vague testimonies of the securities are sufficient for convictions. At that time, not even the actual presence of the defendants had been clarified without contradiction. This makes it all the more important to observe the trial critically again and join in solidarity!

Join us on Monday, May 6, 2018 at the Augsburg District Court, Gögginger Str. 101, 86199 Augsburg.

A manifestation in front of the court will start at 12:00. The trial starts at 13:30.

Train meeting point in Munich: 10:45, platform 16 at Hauptbahnhof.

More details about the police raid on Donauwörth in March 2018: https://solidarityandresistance.noblogs.org/post/2018/09/01/eine-chronologie-der-ereignisse-in-der-erstaufnahmeeinrichtung-donauworth-david-jassey/

More details on the trial day in November 2018: http://cultureofdeportation.org/2018/10/25/donauwoerth-aufruf/

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Keine Sprechstunde am 1. und 8. Mai

Am 1. und 5. Mai findet keine Rechtshilfe statt. Bitte schreibt uns in dringenden Fällen eine E-Mail.

Eure Rote Hilfe München

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Pressemitteilung: Erneut macht Münchner Amtsgericht bei Repressionsversuch nicht mit

München, 22. April 2019 – Das Amtsgericht München sprach am Gründonnerstag eine Münchnerin vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Vereinsgesetz frei. Die Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagten vorgeworfen, auf einer Demonstration die Fahne der kurdischen Demokratischen Einheitspartei (PYD) getragen zu haben. 

Die syrische Partei PYD und ihre Symbole sind in Deutschland nicht strafbar. Dennoch wollte die Münchner Staatsanwaltschaft eine Demonstrantin zu einer hohen Geldstrafe verurteilen, da sie diese Fahne bei einer Demonstration im März gegen den türkischen Angriffskrieg in Efrîn getragen hatte. Amtsrichter Meixner stoppte diese eigenwillige Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft München und sprach die Münchnerin frei. 

Die Angeklagte erinnerte in einer Prozesserklärung an die damalige Demonstration: „Ich wollte an diesem Tag meine Solidarität mit den Menschen in den angegriffenen Gebieten ausdrücken und ein Zeichen für Menschlichkeit setzen.“ Mit Blick auf die vielen weiteren laufenden Prozesse in diesem Kontext fragte sie im Gerichtsaal zudem, „wie es sein kann, dass Bundespolitiker*innen den Einheiten der YPG und YPJ für ihren Einsatz gegen Daesh öffentlich danken, während hierzulande Menschen vor Gericht gestellt werden, weil sie Bilder von Fahnen eben jeder Einheiten online teilen oder deren Fahnen auf Demonstrationen tragen?“ 

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Prozesserklärung der Aktivistin könnt Ihr hier nachlesen. 

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Mit aller Macht gegen Solidarität! Aufruf zum solidarischen Prozessbesuch

Just in den Tagen, in denen die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten den Sieg über Daesh verkünden, flattert bei einer Münchner Antifaschist*in ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 1 München herein. Der Vorwurf: „Zuwiderhandlung gegen Verbote nach dem Vereinsgesetz“, die dafür von der Justiz ausgedachte Strafe: 50 Tagessätze á 40€. 2000€ für das Tragen einer Fahne…. einer Fahne, die die bayerische Justiz mit allen Mitteln aus dem öffentlichen Bild verschwinden lassen möchte. Getragen hatte sie diese bei einer Demonstration gegen den türkischen Angriffskrieg in Afrin im März 2018 in München. 

Nun soll der Aktivist*in am 18. April 2019 der Prozess gemacht werden. Die Ortsgruppe München der Roten Hilfe e.V. ruft zum solidarischen Prozessbesuch auf:

Wann: 18. April 2019 um 9 Uhr
Wo: Amtsgericht München, Nymphenburger Straße 16, Raum A220 (2. Stock)

Der Vorwurf ist in Bayern leider nur allzu sehr bekannt. Denn zahllosen Aktivist*innen wird ihre Solidarität, die sie mit Fahnen auf Demonstrationen oder Symbolen online ausdrücken, zum Verhängnis. Spezialeinheiten der bayrischen Polizei brechen Türen auf, beschlagnahmen Computer und Handys und versenden bundesweit Strafbefehle wegen des Zeigens verbotener Symbole. Das ist eine willkürliche Kriminalisierung, die die Rote Hilfe e. V. mit der Kampagne „Sichtbar Machen“ beantwortet.

Mehr Informationen zur Kampagne findet Ihr hier: https://sichtbarmachen.noblogs.org 

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Mitgefangen, Mitgehangen? Aufruf zum solidarischen Prozessbesuch

Am Abend des 3. September 2018 wird eine Antifaschist*in im Pasinger Stadtpark massiv attackiert. Die junge Frau hört noch einen Mann rufen „Scheiß Antifas“ und „Scheiß Antifaschistin“, danach wird sie bewusstlos. Im Krankenhaus werden eine Platzwunde am Kopf, Hämatome und Prellungen am ganzen Körper diagnostiziert. In den Pressemeldungen der Polizei München wird der Fall zunächst nicht erwähnt, der oder die Täter*innen ist/sind bis heute nicht ermittelt. 

Einige Tage später setzen Antifaschist*innen mit einer Demonstration in Pasing ein kraftvolles Zeichen gegen rechte Gewalt. Daraufhin stoppt die Münchner Polizei sämtliche Züge am Pasinger Bahnhof und kontrolliert wahllos mehrere Menschen. Bei einem dieser kontrollierten Passant*innen fand die Polizei ein Pfefferspray. Eben diesem Genossen wurde im Anschluss unterstellt, Teil einer Versammlung gewesen zu sein und mit dem Pfefferspray gegen das Versammlungsgesetz verstoßen zu haben. Nun soll ihm in Ebersberg der Prozess gemacht werden. Die Rote Hilfe ruft daher zum solidarischen Prozessbesuch auf: 

Wann: 17. April 2019
Wo: Amtsgericht Ebersberg, 14:30 Uhr 

Mehr Informationen zum Angriff der/des Faschist*innen in Pasing gibt es in der Chronologie des a.i.d.a. Archiv. 

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Veranstaltung zum Tag der politischen Gefangenen

Alte und neue Wege durch den Knast
Solidarität gegen Repression

Die Veranstaltung hat das Ziel, das Thema Knast, Repression und Solidarität wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Viele politisch Aktive wurden in den letzten Jahren zu Haftstrafen von ein, zwei oder drei Jahren verurteilt und oft wurde das nur am Rande wahr genommen. Zugleich wurde es in den letzten Jahren auch bei Prozessen gegen Linke üblicher, sich nach dem Motto‚ ‚Strafmilderung gegen Einlassung‘ auf Deals mit dem Gericht einzulassen.

Die Bedeutung von Solidarität für Gefangene und von Repression Betroffene und was es mit solchen Deals auf sich hat, werden Themen der Veranstaltung sein. Eingeladen sind ehemalige politische Gefangene, die viele Jahre im Knast waren, und Aktivist*innen aktueller Kämpfe, die über ihren jeweiligen – vielleicht gar nicht so unterschiedlichen – persönlichen und politischen Umgang mit Repression und Knast diskutieren werden.

21. März, 19:30 Uhr | Barrio Olga Benario | Schlierseestr. 21, München

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